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Der Pflanzendoktor

Arno Bourggraff

D-54668 Ferschweiler

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Garten-Tipps: Rasen

 

Wie lege ich einen Rasen an? - Wie pflege ich meinen Rasen?

Mein Rasen gefällt mir gar nicht. Da stehe ich nun vor meinem Rasen. Schlimm sieht er aus. Voller brauner Hügel durch die Maulwürfe, dazu viel Moos und Unkraut und wenig Gras.

Dass der Maulwurf im Frühling so aktiv ist, liegt daran, dass die Bodenschädlinge und alles was da im Boden lebt, nach oben kommen. Diese Tiere spüren die steigende Temperatur und kommen deswegen aus der Tiefe nach oben. Der Maulwurf, der im Winter tief unten in seinem Nest hockte, folgt seiner Nahrung nach oben und "pflügt" dabei den Rasen.
Er ärgert uns und wir dürfen ihn nicht töten, da er unter Naturschutz steht. Wir können ihn höchstens verjagen. Dazu gibt es Geräte im Handel. Für die Maulwurfshügel gilt: ebnen und immer wieder ebnen. Der Maulwurf wird sich nach einiger Zeit zurückziehen und anderswo seine Hügel werfen.

Der Rasen ist der reinste Moosteppich. Wenn ich genau hinsehe, sehe ich trotzdem noch Gras, das jedoch kümmerlich und ohne sattes Grün sein Dasein fristet. Wie bekomme ich das Moos weg, das Gras zum Wachsen und die braunen Stellen wieder grün?
Die braunen Stellen, d.h. dort wo kaum mehr etwas wächst, kratzen Sie am besten mit Hacke und Rechen auf und streuen darüber Rasensamen. Dieser Rasensamen soll aus einer ausgeglichenen Mischung von Gräsern bestehen. Weiter unten finden Sie, welchen Samen Sie dazu nehmen sollen. Sie rechen diesen ein, streuen etwa 2 cm Erde darauf und klopfen Sie mit einer Schaufel fest und halten die Erde die nächsten Wochen feucht.

Als nächstes nehmen Sie einen guten Rasendünger. Jetzt stehen Sie vor der Frage: Welchen Rasendünger brauche ich? Es gibt sehr viele Sorten, und bei den meisten wächst das Gras nachher auch. Aber nicht jeder Dünger ist für Ihren Rasen geeignet. Nachdem Sie dieses durchgelesen haben, können Sie sich immer noch nicht entscheiden, was Sie nehmen sollen. Wenn Sie mich anrufen, kann ich Sie beraten.

Teilerneuerung eines Rasens

Gute Rasendünger haben die Eigenschaft, dass sie als organisches Produkt, umweltschonend und langsam die Nährstoffe an die Pflanzen abgeben. Bei starker Vermoosung kann man einen Dünger benutzen der Eisen enthält und das Moos abtötet.
Wenn der Rasen zudem stark verunkrautet ist, kann dieser im Mai - Juni mit einem speziellen Unkrautvertilger gespritzt werden. Bei einer guten Düngung reduziert sich das Unkraut in Ihrem Rasen erheblich. Es gibt auch Spezialrasendünger mit Unkrautvertilger, die aber nicht vor Mai ausgestreut werden sollen.

Rasenparzelle in Wittlich

Wenn Ihnen Ihr Rasen nun doch zu armselig erscheint und Sie einen neuen Rasen anlegen möchten, gebe ich Ihnen dazu einige Tipps. Dazu einige Fragen:

Wie ist die Bodenbeschaffenheit Ihrer Parzelle?

- tiefgründig, humusreich, gute Muttererde, eventuell ehemaliger Garten ohne Vegetation
- stark verunkrautet (Brennesseln, Gestrüpp)
- alte Wiese
- oder Ihr Boden ist stark lehmhaltig, hart, keine Muttererde, aber ohne Vegetation, vielleicht dazu auch noch verunkrautet, eventuell mit Gestrüpp.

Nachdem Sie den Zustand Ihrer Parzelle kennen, gehen Sie wie folgt vor:

Bei einer verunkrauteten Parzelle oder alten Wiese spritzen Sie das Unkraut, bzw. den alten Rasen mit einem schnell wirkenden Unkrautvertilger wie Roundup, Keeper oder einem ähnlichem Produkt mit dem Wirkstoff „Glyphosate“ ab.
Bei schwierigen Unkräutern und Holzgewächsen, Brennesseln, Brombeerhecken und ähnlichen Gewächsen gebrauchen Sie ein dafür geeignetes Vernichtungsmittel. Diese Produkte brauchen für eine gute Wirkung eine Außentemperatur von circa 15 Grad.
Nach 14 Tagen kann der Boden bearbeitet werden.

Nach dem Umgraben/Fräsen: jetzt müssen Sie den Boden mit einem guten Dünger anreichern.

Dazu eine kleine Info über die verschiedenen Düngerformen:
Ein ausgeglichener Dünger ist aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt: N-P-K
N = Stickstoff, P2O5 = Phosphor, K2O = Kalium, und oft auch MgO für Magnesium.
Bei Rasendünger liegt der N (Stickstoffgehalt) höher als die andern Komponenten.
Bei mineralischem Langzeitdünger besteht der Stickstoffgehalt in mehreren Formen und wird nur nach und nach über 90 bis 120 Tage von der Pflanze aufgenommen. Der Stickstoff bewirkt ein schnelles Wachstum der Pflanze.

Achtung: Stickstoff sollte nicht (während einer Wachstumsperiode) allein ausgestreut werden; Stickstoff allein laugt den Boden aus. Deshalb sollte der Dünger einen ausgeglichenen NPK-Wert haben. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn nach einer Bodenuntersuchung festgestellt wurde, dass die Parzelle unausgegliche NPK-Werte hat. In diesem Falle empfiehlt es sich, einzelne Dünger auszustreuen.

Bei Stickstoffmangel (N): Kalkamonsalpeter (mineralisch), Kalkstickstoff (mineralisch), Hornspäne (organisch).
Bei Phosphatmangel: (P) Superphosphat, Thomasmehl (mineralisch)
Bei Kaliummangel:(K) Kalimagnesia, Patentkali (mineralisch)
P+K wird auch unter der Form Thomaskali angeboten.

Welche Dünger jetzt auf welchem Boden ausstreuen?
Bei lehmhaltigen Böden ohne Humus:
Torf und Humus (Kompost) einarbeiten.
Organische Dünger in höheren Dosen einarbeiten.
Bei diesen Böden empfiehlt es sich außerdem, die Parzelle zu kalken circa 10 kg pro 100 qm.

Bei tiefgründigen humusreichen Boden, alte Wiese, Garten:
Hier kann ein organo /mineralischer Dünger ausgestreut werden.
Der Stickstoffgehalt ist in diesem Dünger teils organischer, teils mineralischer Natur.
Hier kann auch ein rein mineralischer Langzeitdünger gebraucht werden.
Mineralische Dünger ohne Langzeitwirkung, zB. Blaukorn, müssen in kleineren Gaben circa alle 3 Wochen ausgestreut werden.

Einsäen des Rasensamens:
Ein Rasensamen besteht normalerweise aus verschiedenen Gräsern.
Die Zusammensetzung der verschiedenen Rasengräsersorten ist auf der Verpackung vermerkt und zwar in ihren jeweils botanischen Namen.
Bsp: Lolium perenne = Englisches Raygras (Deutsches Weidelgras)
Poa pratensis = Wiesenrispengras usw.
Wenn der Anteil der Grasart „Lolium perenne“ sehr hoch ist, 50% und mehr, handelt es sich normalerweise um einen Sport- und Spielrasen.

Als Reparaturrasen wird meistens ein Rasensamen angeboten, der aus 100 % Lolium perenne, besteht. Der Grund dafür ist, daß dieser Rasen sehr schnell wächst und sich die Lücken schneller schließen. Achtung! Diese Sorte sollte nicht in größeren Mengen zwischen einer bestehenden Rasenfläche ausgesät werden, da dieser Rasenteil sichtbar bleiben wird.

Jetzt wird der Samen am besten mit einem Streuwagen ausgebracht.
Ideal ist es dabei, die Hälfte des Samens der Länge nach und die andere Hälfte der Breite nach über der Parzelle auszusäen.
Die Dosis beträgt circa 2 bis 3 kg pro 100 qm. Im Herbst (nicht später als 15. September) sollte die Dosis etwas höher sein.

Der Boden soll vor dem Säen fein krümelig bearbeitet und trittfest sein, d.h. beim Betreten sollte man nicht mehr als circa 1 cm einsacken, eventuell ist es gut einige Zeit mit dem Säen zu warten, bis der Boden abgesackt ist.

Nach dem Säen wird der Boden eingerecht und fest gewalzt.
Bei kleinen Reparaturen kann die Erde auch mit der Schaufel fest geschlagen werden.
Der Dünger kann vor oder nach dem Einsäen ausgestreut werden. Es ist nicht unbedingt notwendig diesen einzurechen!

Nachdem die Parzelle jetzt festgewalzt ist, empfiehlt es sich, bei trockenem Sommerwetter eine Berieselungsanlage aufzustellen. Bis zum Aufgehen des Samens sollte der Boden unbedingt feucht bleiben. Der erste Rasenschnitt sollte nicht zu tief sein um eine Verletzung der jungen Wurzeln zu vermeiden. Es schadet dem jungen Rasen nicht, wenn er betreten wird.

Unkraut im Rasen
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Nach 1 bis 2 Rasenschnitten bemerken Sie viele fremde Pflanzen in Ihrem Rasen, die nicht dahin gehören. Diese fremden Samenkörner befanden sich nicht in Ihrem Rasensamen! Wenn jedoch ein Boden bearbeitet wird und gut mit Dünger versorgt wird, ist es normal, daß viele Unkrautsamenkörner, die bis dahin im Boden lagen und „schliefen“, jetzt zum Leben erwachen und wachsen.
Es empfiehlt sich, um den jungen Rasen nicht zu schädigen, ein halbes bis ein Jahr zu warten und dann diese Unkräuter mit einem speziellen Rasenunkrautvernichtungsmittel abzuspritzen.
Zum Abspritzen des Unkrauts brauchen Sie ein Spritzgerät von 5 bis 20 Liter.

Nachdem Sie nun das alles gelesen haben, brummt Ihnen der Kopf. Es gibt eine einfache Lösung: Sie rufen mich an und ich berate Sie an Ort und Stelle oder ich nehme Ihnen die ganze Arbeit ab. Dafür kann ich Ihnen einen Kostenvoranschlag machen.

Also nicht verzagen: Ihren Pflanzendoktor fragen!

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